Soonwald-Nahe - Naturpark

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Artenfinder im Hunsrück unterwegs ...

Tieren und Pflanzen aus der Hunsrück-Region melden

Naturkundler erhoffen sich durch Bürgerbeteiligung neue Erkenntnisse über Tier- und Pflanzenvorkommen im Hunsrück. Einwohner und Erholungssuchende können ihre Beobachtungen an das ArtenFinder-Team weitergeben und erhalten kompetente Rückmeldung.

Mit einer Informationsveranstaltung starteten die beiden naturforschenden Vereine POLLICHIA und DELATTINIA gemeinsam mit den Naturparken Soonwald-Nahe und Saar-Hunsrück sowie dem Hunsrück-Verein das Projekt "Artenfinder im Hunsrück unterwegs". Zahlreiche Interessierte wollen in den kommenden Monaten in ihrer Freizeit Tier- und Pflanzenbeobachtungen aus dem Hunsrück zu melden. Ziel der Kampagne ist es, möglichst viele Informationen über Tier- und Pflanzenvorkommen im Hunsrück zu sammeln und über die Schönheit, Einzigartigkeit und Schutzbedürftigkeit der heimischen Natur zu informieren.

Download PDF 5 MBDr. Oliver Röller von der POLLICHIA, dem größten naturforschenden Verein in Rheinland-Pfalz, informierte über das ArtenFinder-Projekt, das unter seiner Federführung seit rund zwei Jahren Meldedaten in Rheinland-Pfalz sammelt. "Bürgerwissenschaft, neudeutsch Citizen Science, ist das Stichwort", so Röller. "Jeder Bürger, ob Laie oder Experte, kann mit seiner Beobachtung von Tieren oder Pflanzen einen Beitrag zu Naturforschung und Naturschutz in Rheinland-Pfalz leisten." Auf diese Weise kamen bereits mehr als 100.000 Meldungen überwiegend von Vogel- und Schmetterlingsbeobachtungen zusammen.

Gemeldet werden die Funde über das Internet. Wie das funktioniert erläuterte Sascha Schleich. Er ist Experte für Reptilien und Amphibien und beteiligt sich am ArtenFinder-Projekt, indem er eingehende Daten prüft und den Teilnehmern Rückmeldungen zu ihren Erfassungen gibt. Es muss lediglich bekannt sein, wer, wo, wann, was gesehen hat. Wertvoll ist außerdem, dass die Melder die Anzahl der beobachteten Tiere einer Art mitteilen und nach Möglichkeit auch einen Fotobeleg mitschicken, damit der Fund bestätigt werden kann.

Dass es im Hunsrück noch viel zu entdecken gibt, zeigen die ersten Nachweise des Brombeer-Perlmutterfalters im vergangenen Jahr. Die landesweit ehemals extrem seltene Art breitet sich im südlichen Rheinland-Pfalz seit einigen Jahren aus und hat nun auch den Süden des Hunsrücks erreicht, wie Artenfinder im letzten Jahr feststellen konnten. Wo genau sie sonst noch vorkommt, ist bisher weitgehend unbekannt, berichtet Annalena Schotthöfer, Tagfalter-Expertin. Schotthöfer wird ebenso wie Schleich und weitere Experten im Rahmen der Kampagne Exkursionen in den Hunsrück anbieten, bei denen Laien mehr über Tagfalter, Reptilien, Vögel und viele weitere Tiergruppen unserer Heimat lernen können.

Die Kampagne "Artenfinder im Hunsrück unterwegs" läuft über zwei Jahre. Die Veranstalter erhoffen sich viele neue Teilnehmer, die regelmäßig Beobachtungen in den ArtenFinder eingeben. 10.000 Meldungen im Kampagnengebiet sind das gesteckte Ziel.

Weitere Informationen:
Im Internet unter www.artenfinder.rlp.de. Bei Einrichtungen der Naturparke und des Hunsrückvereins sowie an vielen anderen zentralen Stellen im Hunsrück liegt eine Broschüre aus (oder Download).

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